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Typisieren

KFZ-UMBAUTEN UND TYPISIEREN - WAS STECKT DAHINTER?


Um selten ein anderes Thema ranken sich so viele Mythen wie im Bereich der Typisierung von Anbauteilen und Tuningmaßnahmen an Fahrzeugen. So gibt es unterschiedlichste Meinungen darüber was zulässig und was nicht zulässig ist.

Was muss eingetragen werden? Was ist eintragungsfrei? Wie funktioniert das eintragen? Und warum muss ich Änderungen am Fahrzeug überhaupt eintragen lassen? Das ist nur ein Teil von immer wiederkehrend auftretenden Fragen.

 

Licht ins Dunkel zu bringen ist hier nicht einfach, zumal man in Foren und auf Blogs auch nicht schlauer wird. In diesem Beitrag klären wir auf! Wir geben euch Antworten auf wichtige Fragen zum Thema Typisierung & Eintragen. 

WARUM MUSS ICH TUNINGMASSNAHMEN UND ÄNDERUNGEN AN MEINEM AUTO TYPISIEREN BZW. EINTRAGEN LASSEN?

Neben der gesetzlichen Verpflichtung Änderungen in den Typenschein eintragen zu lassen, spielt die Verkehrs- und Betriebssicherheit und der Versicherungsschutz des Fahrzeuges eine große Rolle. Durch das „Eintragen bzw. Typisieren“ wird die Eignung der Bauteile bzw. Tuningmaßnahmen an deinem Fahrzeug bewertet. Sofern alles OK ist, ist die Verkehrs- und Betriebssicherheit des Autos gewährleistet. Der Versicherungsschutz für dein Fahrzeug bleibt im Falle eines Unfalles aufrecht.

 

GESETZLICHE GRUNDLAGE FÜR DAS EINTRAGEN VON ÄNDERUNGEN IM TYPENSCHEIN

Die Grundlage für die Eintragung bzw. Typisierung von Anbauteilen und Tuningmaßnahmen, bildet der § 33 im Kraftfahrgesetz Österreich (KFG 1967). Dieser besagt, dass alle am Fahrzeug durchgeführten Änderungen (bis auf wenige Ausnahmen) dem zuständigen Landeshauptmann angezeigt werden müssen. Umgangssprachlich haben sich hier die Begriffe „Eintragen“ und „Typisieren“ etabliert. Das Kraftfahrgesetz KFG 1967 ist ein nationales Gesetz, und gilt in Österreich. 

 

WELCHE ÄNDERUNGEN MUSS ICH IN DEN TYPENSCHEIN EINTRAGEN BZW. TYPISIEREN LASSEN?

Kurz gesagt musst du - bis auf wenige Ausnahmen - jede Änderung (Anbauten, Tuningmaßnahmen etc.) eintragen bzw. typisieren lassen. Es gibt nur wenig Teile und Maßnahmen, die nicht eingetragen werden müssen.

 

Der Grundsatz ist, dass die Verkehrs- und Betriebssicherheit nicht negativ beeinflusst wird.  In der Tabelle findest du einen Überblick zu den wichtigsten Anbauteilen und Maßnahmen. Diese gilt für PKW, LKW als auch für Motorräder. 

 

WELCHE UMBAUTEN UND ÄNDERUNGEN MUSS MAN NICHT TYPISIEREN?

Bei Teilen und Maßnahmen, die man nicht eintragen muss, sollte man beachten, dass man häufig Unterlagen und Berichte mitführen muss.

Hat man einen Auspuff mit E-Prüfzeichen so muss man ein Dokument mitführen. Darin steht, dass der Auspuff für das jeweilige Fahrzeug freigegeben ist. Dasselbe gilt bei Scheibentönungsfolien. Felgen, die zwar die gleiche Dimension wie im Typenschein haben, jedoch von einem anderen Hersteller sind, sind auch einzutragen!

 

Austauschscheinwerfer mit E-Prüfzeichen sind erlaubt. Achtung bei zusätzlich angebrachten Scheinwerfern! Hier wird häufig die zulässige Lichtstärke überschritten und ist daher unzulässig. Es besteht die Gefahr andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.

 

STIMMT ES, DASS WENN MAN EINE ABE HAT, DAS TEIL NICHT EINTRAGEN WERDEN MUSS?

Nein das stimmt nicht! Man muss auch Teile eintragen lassen, von welchen man eine ABE hat.

Die Abkürzung ABE steht übrigens für Allgemeine Betriebs Erlaubnis und wird vom deutschen Kraftfahrtbundesamt (KBA) vergeben.

 

In den Unterlagen (Gutachten) findet man eine KBA-Nummer, die auch auf dem Anbauteil vermerkt ist. Problem dabei ist, dass Teile mit einer ABE seitens der deutschen Gesetzgebung „freigegeben“ sind bzw. nicht eintragungspflichtig. Bei uns in Österreich gilt jedoch das KFG 1967, das ein nationales Gesetz ist, dieses besagt - wie bereits angeführt - dass Änderungen einzutragen sind.  

WO UND WIE KANN ICH ÄNDERUNGEN AM MEINEM FAHRZEUG EINTRAGEN BZW. TYPISIEREN ZU LASSEN?

Im Gesetz heißt es „… alle Änderungen sind dem zuständigen Landeshauptmann anzuzeigen….“. Das bedeutet, dass du mit deinem Fahrzeug mitsamt allen notwendigen Unterlagen zur Fahrzeugprüfstelle der Landesregierung in deinem Bundesland fahren musst.

Die Amtssachverständigen auf der Landesregierung führen im Rahmen einer Fahrzeugüberprüfung und Begutachtung die Eintragung in deine Fahrzeugpapiere durch. In gewissen Bundesländern (z.B. Steiermark) ist es auch möglich das Typisieren von gewissen Änderungen von sogenannten Nicht Amtlichen Sachverständigen (NASV) durchführen zu lassen. Diese sind berechtig gewisse Änderungen einzutragen, der Weg auf die Landesregierung ist in diesen Fällen nicht mehr notwendig.

 

WELCHE UNTERLAGEN BRAUCHE ICH UM ANBAUTEILE UND TUNINGMASSNAHMEN TYPISIEREN ZU LASSEN

Typenschein, Vollmacht, Technische Unterlagen, Gutachten, etc.

 

WAS KANN ICH TUN, WENN ICH BEI DER EINTRAGUNG PROBLEME HABE UND UNTERLAGEN FEHLEN ODER UNVOLLSTÄNDIG SIND?

Häufig reichen die Unterlagen nicht aus um auf der Landesregierung ein positives Ergebnis zu erzielen. Sehr oft werden noch Gutachten, Freigaben oder sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigungen (UBE) gefordert. Auch weil häufig geänderte Felgen mit einem anderen Fahrwerk (Luft-, Gewindefahrwerk etc.) kombiniert werden, reichen die Unterlagen meist nicht aus. Die Chancen diese beim Hersteller des Anbauteiles (Felgen, etc.) oder gar beim Fahrzeughersteller zu bekommen sind meist sehr gering.

 

In diesen Fällen, können dir die Spezialisten von Engineer4u mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ziviltechniker, Ingenieurbüros und Sachverständige im Bereich Maschinenbau und Kraftfahrzeugtechnik sind deine Ansprechpartner in solchen Angelegenheiten. 

 

FAZIT

Ob Anbauteile und Tuningmaßnahmen einzutragen sind oder nicht, ist als Nicht-Spezialst teilweise sehr schwer herauszufinden. Du siehst auch, dass die Unterscheidungen oftmals sehr kompliziert sind, da sehr viel auf gesetzlichen Vorgaben basiert.

 

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